Die meisten stellen diese Frage, weil sie beides wollen: die Route vorher und die Erinnerung nachher, an einem Ort. Google beantwortet die erste Hälfte, und zwar gut. Die zweite Hälfte entscheidet sich, während ihr noch packt, nicht danach. Wer sie erst nach der Heimkehr stellt, hat die Fotos auf zwei Handys und die Karte in einem fremden Konto.
Die gemeinsame Karte entsteht in My Maps, nicht in der Maps-App
Die Maps-App auf dem Handy kennt geteilte Listen. Sie sammeln Orte, aber sie zeigen keine Reise. Was ihr sucht, ist My Maps, der Karten-Editor von Google.
- Auf mymaps.google.com eine neue Karte anlegen und ihr einen Namen geben, unter dem ihr sie beide wiederfindet.
- Jeden Ort über die Suche eintragen und als Markierung zur Karte hinzufügen.
- Ebenen anlegen, eine pro Etappe oder pro Tag, damit die Reise eine Reihenfolge bekommt.
- Über «Teilen» die zweite Person einladen und ihr Bearbeitungsrecht geben, nicht nur Leserecht.
- Die Karte in der Maps-App unter den gespeicherten Karten öffnen, damit sie unterwegs dabei ist.
Schritt vier ist der, an dem die Reise gemeinsam wird. Ohne Bearbeitungsrecht schaut die zweite Person nur zu, und die Planung bleibt an einem von euch hängen. Die Schritte samt Freigabe-Rechten stehen im Hilfe-Artikel von Google zu My Maps.
Die Karte gehört einem von euch, nicht euch beiden
Genau dieses Bearbeitungsrecht zeigt die Bruchstelle. Eine geteilte Karte hat einen Besitzer, und das ist das Konto, das sie angelegt hat. Die andere Person ist eingeladen, und Eingeladene kann man wieder ausladen. Solange ihr zusammen plant, merkt das niemand. Es fällt erst auf, wenn ein Konto wechselt, ein Handy verloren geht oder jemand aufräumt.
| Geteilte Karte in My Maps | Was von der Reise bleiben soll | |
|---|---|---|
| Zweck | Route, Etappen, Öffnungszeiten | Abende, Umwege, Gesichter |
| Besitz | ein Konto, die andere ist Gast | beiden, gleichberechtigt |
| Haltbarkeit | solange der Besitzer sie behält | so lange wie ihr beide |
| Inhalt | wo ihr hinwolltet | wie es war |
Das heisst nicht, dass die Karte schlecht ist. Es heisst, dass sie eine Aufgabe sauber erledigt und die andere offen lässt.
Aber es ist gratis, und alle haben es schon
Der Einwand ist der stärkste, den es gibt, und er stimmt. My Maps kostet nichts, es läuft auf jedem Gerät, und für ein langes Wochenende von St. Gallen nach Mailand habt ihr in fünf Minuten eine Karte, die beide bedienen können. Im Planen schlägt das kein spezialisiertes Werkzeug.
Die Rechnung kommt später und leise. Zwei Jahre danach öffnet ihr die Karte, und es liegen dreissig Markierungen darauf, ohne einen einzigen Abend darin. Gratis war die Karte. Bezahlt habt ihr mit dem, was ihr nicht aufgehoben habt, weil es so aussah, als wäre es schon aufgehoben.
Für eine reine Logistik-Reise gilt das alles nicht: drei Adressen, ein Wochenende im Bündnerland, danach braucht die Karte niemand mehr. Wer allein unterwegs ist und nur die Route sucht, ist mit My Maps fertig und kann hier aufhören.
Legt die Karte an, sie ist die richtige Antwort auf die Frage. Entscheidet aber vor der Abreise, wohin die Bilder und die Sätze gehen, die euch nachher etwas bedeuten. Eine gemeinsame Erinnerungskarte ist kein zweiter Reiseplaner, sondern der Ort für die Hälfte, die Google nicht abdeckt.
Wenn die Reise vorbei ist, soll sie euch beiden gehören: schaut euch an, wie eine Welt für zwei aussieht.
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